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PFLEGESTÄRKUNGSGESETZ   II

Der Pflegebedürftigkeitsbegriff verändert sich.

Alter Pflegebedürftigkeitsbegriff § 14 SGB XI:
"Pflegebedürftig sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen."

 

Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff lautet dann:
"Pflegebedürftig sind Personen, die Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder Fähigkeitsstörungen aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche oder psychische Schädigungen, Beeinträchtigungen körperlicher oder kognitiver oder psychischer Funktionen sowie gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder die Fähigkeitsstörungen und der Hilfebedarf durch andere müssen auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate…bestehen."

Diese 6. Module werden mit der erreichten Gesamtpunktezahl unterschiedlich in der Gesamtgewichtung gewertet.

  • 1. Mobilität
    (z.B. Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs, Treppensteigen etc.) - mit 10%

  • 2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
    (z.B. z.B. örtliche und zeitliche Orientierung etc.) - 2. und 3. mit 15%

  • 3. Verhaltensweisen und psychischen Problemlagen
    (z.B. nächtliche Unruhe, selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten)

  • 4. Selbstversorgung
    (z.B. Körperpflege, Ernährung etc. -> hierunter wurde bisher die "Grundpflege" verstanden) - mit 40%

  • 5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
    (z.B. Medikation, Wundversorgung, Arztbesuche, Therapieeinhaltung) - mit 20%

  • 6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
    (z.B. Gestaltung des Tagesablaufs)- mit 15%

Alle Versicherte , die bisher in einer Pflegestufe eingruppiert worden sind, werden wie folgt in die neuen Pflegegrade eingestuft:

  • bei denen das Vorliegen einer Pflegestufe in der bis zum 31. Dezember 2016 geltenden Fassung oder einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz in der bis zum 31. Dezember 2016 geltenden Fassung festgestellt worden ist, und

  • bei denen spätestens am 31. Dezember 2016 alle Voraussetzungen für einen Anspruch auf eine regelmäßig wiederkehrende Leistung der Pflegeversicherung vorliegen,

Es gelten die folgenden Zuordnungsregelungen:

Pflegestufe ohne eingeschränkte Alltagskompetenz
a) von Pflegestufe I in den Pflegegrad 2,
b) von Pflegestufe II in den Pflegegrad 3,
c) von Pflegestufe III in den Pflegegrad 4 sowie
d) von Pflegestufe III, soweit die Voraussetzungen für einen Härtefall vorliegen in den Pflegegrad
5


Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz
a) ohne gleichzeitige Pflegestufe = Pflegegrad 2,
b) bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe I = Pflegegrad 3,
c) bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe II = Pflegegrad 4,
d) bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe III ohne oder mit
Härtefall = Pflegegrad 5


Der § 28a SGB XI - Leistungen bei Pflegegrad 1 bietet eine Neuerung für Personen , die die erforderlichen Modulpunkte für eine Einstufung in den Pflegegrad 2 erfüllen, dennoch aber einen erkennbaren Hilfebedarf haben.
Bei dem Pflegegrad 1 sind folgende Leistungen geplant:

1. Pflegeberatung gemäß der §§ 7a und 7b,
2. Beratung in der eigenen Häuslichkeit gemäß § 37 Absatz 3,
3. zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen gemäß § 38a,
4. Versorgung mit Pflegehilfsmitteln gemäß § 40 Absatz 1 bis 3 und Absatz 5,
5. finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen oder gemeinsamen Wohnumfeldes,
6. zusätzliche Betreuung und Aktivierung in stationären Pflegeeinrichtungen gemäß § 43b,
7. Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen gemäß § 45.

Zudem gewährt die Pflegeversicherung den Entlastungsbetrag gemäß § 45b in Höhe von (dann neu:) 125 Euro monatlich. Dieser kann nur beim Pflegegrad I auch für die Sachleistung durch den Pflegedienst (Grundpflege) eingesetzt werden.

Bei vollstationärer Pflege wird ein Zuschuss in Höhe von 125 Euro geleistet.

§ 44 SGB XI - Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegepersonen

Beiträge zur Rentenversicherung werden gezahlt, wenn ein Pflegegrad 2-5 vorliegt und die Pflegeperson regelmäßig nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich erwerbstätig ist. Der MDK soll feststellen, ob die Pflegeperson eine oder mehrere pflegebedürftige Personen wenigstens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche pflegt. Beiträge zur RV werden bei Pflege eines Pflegebedürftigen durch mehrere Pflegepersonen nur entrichtet, wenn die Pflegetätigkeit im Verhältnis zum Gesamtaufwand mindestens 30 Prozent umfasst.


Pflegepersonen werden in Zukunft Arbeitslosenversicherungsbeiträge erhalten


Pflegepersonen werden ab 2017 nach den Vorschriften des SGB III in der Arbeitslosenversicherung versichert werden. Hierbei ist nach § 26 SGB III grundsätzlich erforderlich, dass unmittelbar vor der Pflegetätigkeit eine Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung bestanden haben muss oder Arbeitslosengeld bezogen wurde.
Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden aus 50 % der monatlichen Bezugsgröße berechnet. Dies entspricht im Jahre 2015 1.417,50 EUR mtl. und damit einem monatlichen Beitrag von ca. 42,50 EUR. Im Jahre 2017 dürfte dieser Beitrag durch die bis dahin noch anstehenden Anpassungen tatsächlich noch etwas höher ausfallen.


Um die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes und die damit verbundenen Leistungsverbesserungen zu finanzieren, steigt der Betragssatz der Pflegeversicherung zum 1. Januar 2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 bzw. 2,8 Prozent für Kinderlose.

 

 


Qualitätskriterien für ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz - eine soziale Herausforderung! - Orientierungs- und Entscheidungshilfe -

Die Qualitätskriterien des SWA, zuletzt 2006 formuliert, wurden komplett überarbeitet. Erfahrungen aus 15 Jahren, der aktuelle Fachdiskurs sowie die Vielfalt an Pflege-Wohngemeinschaften spiegeln sich in den Qualitätsaspekten wieder. Im Fokus steht der Respekt vor dem Einzelnen bzw. die Selbstbestimmung der Nutzerinnen (WG-Bewohnerinnen wie deren Vertreterinnen gleichermaßen). Lebensqualität in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft hängt nicht zuletzt von dem komplexen Miteinander der Akteure ab. Die Broschüre will Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen, Rechtsbetreuern, Pflegediensten, Vermietern, Ehrenamtlichen u.a. umfassende Informationen und Anregungen für ein gelingendes Gestalten an die Hand geben.

 

Die Broschüre ist ab sofort beim Verein Selbstbestimmtes Wohnen im Alter (SWA e.V.) gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro erhältlich.

 

Zu bestellen per E-Mail: Opens window for sending emailverein@swa-berlin.de


Bundesweites Journal für Wohn-Pflegegemeinschaften

Ausgabe 6, Oktober 2017 - im Fokus: WG Selbstorganisation stärken, aber wie?

Herausgeber: Hamburger Koordinationsstelle für Wohn-Pflege-Gemeinschaften 

STATTBAU HAMBURG

Stadtentwicklungsgesellschaft mbH

 

 

 

 

 

 


Pflegeverträge im Focus - ein Angebot der Verbraucherzentrale Berlin

Ambulante Pflegeverträge auf dem Prüfstand

 

Die Verbraucherzentralen möchten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen über ihre Rechte im ambulanten Pflegemarkt informieren und aufklären. 

Sie können Kopien Ihrer Verträge rund um die ambulante Pflege zur Prüfung  an die Verbraucherzentrale senden:

postalisch:

 

Verbraucherzentrale Berlin e. V.

Hardenbergplatz 2

10623 Berlin

 

oder per Mail an: mail@pflegevertraege.de

 

 


Jeder WG-Bewohner übt Hausrecht aus!

 


Jour fixe 2017

Bitte informieren Sie sich HIER über die Austausch- und Informationstreffen (Jour Fixe) für Angehörige, rechtliche Betreuer und Interessierte von Menschen (nicht nur) mit Demenz in ambulant betreuten Wohngemeinschaften, die wir in Kooperation mit den Kontaktstellen Pflegeengagement durchführen.


Handblatt-Sammlung des SWA e.V. (aktualisierte 2. Auflage - 08/2013)

Hier ist die aktualisierte Version der Handblatt-Sammlung (Verbraucherschutz-Informationen) zu vielen Themen rund um die WG beim Verein für 15 Euro + Versandkosten erhältlich.

 

Sie können diese erwerben

- persönlich in dem Pflegestützpunkt Neukölln

                             Werbellinstr. 42, 12053 Berlin

 in der Sprechstunde: Dienstag 9 - 15 Uhr

Tel.: 030/61 09 37 71 

oder

- per Bestellung beim SWA e.V.:


Bestellung der Handblatt-Sammlung


Bauordnung Berlin

Zu Ihrer Information hinterlegen wir Ihnen HIER

die beabsichtigten Änderungen der Bauordnung für Berlin (BauO Bln)